Kündigung Handyvertrag: Sie haben ihren Handyvertrag gekündigt. Ihr Mobilfunkanbieter antwortet: Rufen Sie uns zur Bestätigung der Kündigung des Handyvertrages umgehend zurück.

Muss ich da zur Bestätigung der Kündigung des Handytrages anrufen?

13. Mai 2015

Nachdem man einen Handyvertrag gekündigt hat, erhält man vom Mobilfunkanbieter häufig ein Schreiben, eine SMS oder ein E-Mail. Hierin wird die Kündigung zur Kenntnis genommen, jedoch aufgefordert umgehend unter einer kostenfreien Nummer anzurufen. Meist soll man die Kündigung bestätigen.

Mit diesem Rückruf gibt es diverse Erfahrungen. Meist wird man gefragt, weshalb man gekündigt habe. Dann erfolgt meist ein Verkaufsgespräch, in dem eine Vertragsverlängerung angeboten wird. Oft sind Verbraucher verunsichert, ob die Kündigung des Handyvertrages wirksam ist, und ob eine telefonische Bestätigung erforderlich ist.

Hierdurch wird also der Eindruck erweckt, die Kündigung des Handyvertags sei erst mit dem Rückruf wirksam.

Allerdings ist für die Wirksamkeit der Kündigung des Handyvertrags ein Anruf nicht notwendig. Das Schreiben mit der Kündigung ist völlig ausreichend. Verbraucherzentrale in Niedersachsen hält das Vorgehen der Anbieter für irreführend und erhielt vor dem Landgericht Kiel recht (Urteil vom 09.04.2015, Az. 15 O 99/14). Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, die Kündigung des Handyvertrags entfalte erst durch den telefonischen Anruf ihre Wirksamkeit. Mit Zugang der Kündigung entfaltet die Kündigung des Handyvertrgs ihre Wirksamkeit. Zudem hat ja der Vertragspartner die Kündigung bzw. deren Eingang durch die Aufforderung zum Rückruf bestätigt.

Dennoch ist zu beachten, dass eine Kündigungserklärung gerade wenn sie fristwahrend sein soll immer per Einwurfeinschreiben zu versenden ist. Der Zugang einer bloßen E-Mail ist ohne eine Antwort der Gegenseite nicht beweisbar. Genauso verhält es sich beim einfachen Brief. Das Einschreiben mit Rückschein hat den entscheidenden Nachteil, dass die Gegenseite eine Annahme verweigern kann und dann kein Zugang erfolgt ist.

Das Landgericht Kiel entschied zudem, dass das Vorgehen der Anbieter eine Umgehung des Verbots der Telefonwerbung darstelle, da die Verbraucher oft kein Einverständnis erklärt hätten und sie durch Täuschung zu dem Anruf veranlasst worden seien.

gehrmann rechtsanwälte/ rechtsanwalt christian gehrmann